Impressionen aus Duschanbe
Nils, Sonntag, 26. Juni 2011, 06:54
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Im Mai waren wir für eine Woche in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans. An unseren Eindrücken möchten wir euch natürlich ein wenig teilhaben lassen.

Duschanbe ist eigentlich eine ganz nette Stadt, die viele Ähnlichkeiten mit Bischkek aufweist – das moderate Klima, viel Grün und Parks… und natürlich der Blick auf die nahen Berge. Das Zentrum der Stadt ist hübsch und geprägt durch die lange und breite Rudaki-Allee. Allerdings ist es nicht besonders ruhig, was in erster Linie an der ungeheuren Bauaktivität liegt. Riesige Bauprojekte werden fast an jeder Ecke umgesetzt – angefangen beim “Duschanbe-Plaza” mit seinen zwei Türmen, über eine riesige neue Nationalbibliothek bis zum 165m-Fahnenmast, mit dem Tadschikistan gern ins Guinness-Buch möchte. Letzterer wurde während unseres Besuches einer Generalprobe unterzogen und Mitte Juni schließlich eingeweiht.

Hier ein paar Eindrücke aus der Stadt:

Einen Besuch im Zoo habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen. Dieser war aber sehr deprimierend. Ich habe selten noch nie so einen schlecht erhaltenen Zoo gesehen! Die Gehege sind natürlich nicht nur nicht ganz auf der Höhe der Zeit was die Umgebung für Zootiere angeht, sie sind auch noch vollkommen zerfallen, teils leer und meistens improvisiert geflickt, damit die Bären nicht die Zoobesucher anfallen (andererseits machen die Tiere so einen paralysierten Eindruck, dass sie wahrscheinlich selbst die meiste Angst hätten). Überhaupt scheinen sich hauptsächlich Bären und Geier hier gut zu vermehren. Davon gab es jedenfalls mehr als genug. Insgesamt hat sich die Zahl der Tiere im Vergleich zu den 70er-Jahren, als der Zoo noch als Vorzeigeobjekt der Sowjetunion galt, auf weniger als 600 Tiere halbiert. Auf die frühere Existenz weiterer Tierarten weisen eine ganze Reihe leerer Gehege hin. Es scheint immer noch ungeklärt, was mit dem letzten Elefanten geschah. Selbiger ist in den Wirren des tadschikischen Bürgerkrieges verschwunden – vermutlich ist er verspeist worden. Das Elefantengehege verfällt nun offen voe sich hin und die Touristen bekommen nun die Chance, sich mal wie ein Zoo-Elefant zu fühlen. Aber die Leute störts nicht… bei einem Eintrittspreis von nicht mal 20 Cent war der Zoo packevoll.

Spaziert man die Rudaki-Allee Richtung Norden entlang, erreicht man nach einer Weile den Eingang des Botanischen Gartens. Die leuchtenden Kuppel des Eingangsportas grüßen schon von weitem und auch der Park selbst ist sehenswert. Zwar ist das Palmenhaus geschlossen und man kann nur durch ein paar Fenster einen Blick hinein erhaschen, aber der weitläufige Park bietet genug andere schöne Ecken: