Scheinbar scheint nach langer Zeit Picasa mal wieder in Kirgisistan zu funktionieren. Ich nutze also den unverhofften Doppel-Feiertag, um euch endlich ein paar Bilder aus Turkmenistan zu zeigen. Wir waren dort im Juni für eine Woche unterwegs. Diese Luftbilder zeigen einige erste Impressionen der Karakum-Wüste und auch die riesigen versalzenen Flächen.
Die ersten sowie die letzten Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Aschgabat. Die Stadt wirkt auf den ersten Blick als einer der moderneren Hauptstädte der Region. Es gibt glatte Asphaltstraßen und nahezu an jeder Ecke wird gebaut. Allerdings wirkt das Ganze auf den zweiten Blick mehr wie eine Filmkulisse – zeigen sich doch auf der Straße und selbst in den vielen Parks der Stadt kaum Menschen. Es ist ruhig. Das ist einerseits fraglos den Temperaturen um die 50 Grad geschuldet. Andererseits ist auch das politische System ein Grund für die teils gespenstische Stille und Einsamkeit inmitten der Hauptstadt. Denn selbst wenn einem kaum Menschen begegnen, fühlt man sich doch an allen Ecken und Enden beobachtet… Und doch gibt es zwei Lärmquellen – der Verkehr, der aber nur im Zentrum vereinzelt dicht fließt, und die unglaubliche Bautätigkeit. Reiseführer haben es (und das seit Jahren) erwiesenermaßen schwer, mit dem gewaltigen Tempo mitzuhalten, in dem der Regent seine Hauptstadt umgestaltet. So findet sich die Hälfte der Sehenswürdigkeiten im Zentrum nicht mehr am im Reiseführer ausgewiesenen Standort (wie z.B. die sich nach der Sonne drehende goldene Turkmenbashi-Statue) oder wurden ganz aus dem Stadtbild entfernt. Auf den ehemaligen Zoo der Hauptstadt weist beispielsweise nur noch ein vereinsamtes Eingangstor hin, hinter welchem nur noch sporadisch erkennbare Grundrisse auf Gehege und Stallungen hinweisen. Auch ein Besuch in Aschgabats „Disneyland“ ist wenig inspirierend. Für 50 Millionen Dollar hatte Turkmenbaschi in Zentrumsnähe einen großen Freizeitpark errichten lassen. Von den Attraktionen sind aber lediglich noch ein gefährlich quietschendes Riesenrad sowie eine große automatische Hängeschaukel in Betrieb. Letztere setzte sich aber bei meinem Besuch erst nach einem halben Dutzend nervtötender Neustarts (mit jeweils recht schmerzhaftem Schließen der Sicherheitsbügel) in Bewegung. Auch der in Reiseführern so gepriesene Basar – das ehemals wohl beeindruckendste Einkaufserlebnis Zentralasiens – ist nunmehr in eine zivilisierte Betonhölle verwandelt. Von blökenden Kamelen und krakeelenden Teppichhändlern keine Spur.
Nach einiger Zeit in der Stadt unternahmen wir einen Tagesausflug zu den Kratern von Darvasa. Es ging einige Stunden mitten hinein in die Wüste Karakum in Richtung Norden. Dort hatten die Sowjets vor 40 Jahren umfangreiche Bohrungen nach Erdgas unternommen. Das Gas, welches aus einem der Löcher strömte, entzündete sich. Das “Tor zur Hölle” ist nun eine spektakuläre Sehenswürdigkeit. Wir erreichten das Loch noch bei Tageslicht, wobei der Krater lediglich als großes, heißes Loch erschien. Erst bei Einbruch der Dämmerung entwickelte das Höllentor seine ganze, unheimliche Faszination:
Mehr vom Land sahen wir dann auf einer mehrtägigen Reise gen Osten. Dazu demnächst mehr…